Karate Technik im Sezan

Der Kniesitz oder auch Sezan genannt, ist ein wunderbares Trainingstool. Aus dem Sezan habt ihr die Möglichkeit euch ganz auf den Oberkörper zu konzentrieren und gleichzeitig, ja beinahe unmerklich stärkt ihr euren Rumpf und Beine. Wenn ihr nicht ganz runter sitzen könnt, nehmt euch eine Sitzhilfe und macht unbedingt Pausen. Das schont die Knie und eure Aufmerksamkeit bleibt im Oberkörper. Viel Freude beim Nach- oder Mit – Machen!


Neujahrsgruß 2022

Ausrichtung für 2022

Liebe Karatefreunde

Die letzten zwei Jahre waren für uns alle eine enorme Herausforderung. Der Virus und seine kollateralen Einflüsse sind unsere stetigen Begleiter geworden.

Das Jahr 2021 brachte nun sehr viel gutes in mein Leben. Vielleicht ja auch bei Euch ?!

Nachdem ich mit meiner Weisheit am Ende war, kamen von verschiedenen Seiten helfende Menschen in mein Leben. Ich bekam Hilfe für meine, Anfang dieses Jahres, noch desolate Situation beider Knie. Es ging endlich aufwärts und raus aus dem Dauerschmerz und Immobilität. Stück für Stück, wie eine liebe Freundin zu pflegen sagt !

Auch bei mir, wie bei vielen anderen, war durch die verschiedenen Umstände die psychische Belastung sehr groß. Durch Corona konnte ich meiner regelmäßige Tätigkeit als Karatetrainerin nicht mehr nachgehen. Karate ist ein großer Halt für mich, immer schon gewesen. Und, die Probleme mit den Knien waren wie verwoben mit der Krise. So hatte ich einen regelrechten Zusammenbruch des Systems und brauchte Unterstützung. Diese kam zur rechten Zeit. So kann Stück für Stück mein System Entlastung finden.

Die wo mir folgen, haben sicherlich den einen oder anderen Post und Story gesehen und ich werde nicht müde, die Menschen zu erwähnen, die mir seither hilfreich sind. Auch Neues entdecke ich und wenn ich es als hilfreich empfinde, teile ich es mit Euch.

Für das kommende Jahr habe ich mir eine Herzenssache vorgenommen!

Ich möchte wieder als Karatetrainerin tätig werden!

Zum einen für Kinder und zum anderen möchte ich meine Seminare wieder aufgreifen und die Trainingsmethode „Ki-Karate“ weiter unterrichten. In kleinen feinen Gruppen. Wie ihr auf meinem Bild sehen könnt, deute ich auf mein Wappentier, den Reiher. Dieses Tiersymbol steht für Geduld, Intuition, Empathie, Selbstachtung. In der Antike war die Mythologie des Reihers, dass die Griechen und Ägypter im Reiher den Phönix sahen, welcher aus seiner eigenen Asche wieder aufersteht.

Ich wünsche uns allen für das neue Jahr die Eigenschaften des Reihers!!!

Lichtvolle Herzensgrüße und alles Gute für das Jahr 2022

Eure Tanja

Bescheidenheit

Bescheidenheit ist eine Tugend und auch in der Phylosophie der Kampfkünste beheimatet. In den Kampfkunstschulen die sich eine phylosphische Grundlage gegeben haben, wird diese Tugend auch vermittelt. Was bedeutet Bescheidenheit und wie können wir sie in unser Leben einfügen?

Bescheidenheit kann genauso wie Überheblichkeit zum Egotrip werden, wenn man es übertreibt und aus der Tugend ein egozentrisch unbeugbares Gesetz macht. Dann wird die Tugend zur falschen Bescheidenheit. Zitat eines Meisters, “ einem überheblichen Schüler kann ich immer den Weg zurück auf den Boden weisen aber einem Schüler der sich selbst unterdrückt, kann ich nicht helfen“.

Bescheidenheit kultivieren und leben

° Für Erfolge dankbar sein
° Lernerfahrungen dankbar annehmen
° Herrausforderungen offen gegenüber stehen
° Mit seinen Fähigkeiten und Talenten anderen helfen
° Sein Bestes geben
° Sich in seinem Gegenüber erkennen
° Einer übergerordneten Sache dienen

Ein Gemälde von Albrecht Dürer. Für mich ein Sinnbild von Bescheidenheit und Dankbarkeit
Betende Hände von Albrecht Dürer um 1508, Quelle Wikipedia.

Hombleness

Hombleness is a virtue and is also home to the phylosophy of martial arts. In martial arts schools, which have given themselves a phylosphic basis, this virtue is also taught. What does Hombleness mean and how can we incorporate it into our lives?

Hombleness, just like arrogance, can become an egotrip if you exaggerate it and turn virtue into a self-centered, unbreakable law. Then the virtue becomes false Hombleness. A master’s quote, „I can always put a arrogant student back on the floor, but I can not help a student who oppresses himself“.

Cultivate Hombleness and live Hombleness

° be grateful for your success
° thankfully accept learning experiences
° open to challenges
° help others through his abilities and talents
° give his best
° To recognize oneself in the others
° serve a superior cause

Oi-Zuki und die Vielfalt

(for english version please scroll down)

Kennt noch der Eine oder der Andere die legendären Lehrgänge der Vergangenheit, wo man Stundenlang lang Oi-Zukis, die Halle rauf und runter lief? Danach sind wir dann immer aus der Halle vor Erschöpfung rausgekrochen. Im Nachhinein konnten wir uns eine Woche lang vor lauter Muskelkater kaum bewegen.

Damals hieß es seitens der Trainer zu uns, wenn du eine Technik verstanden hast, dann gilt das gelernte für alle Techniken. Dieser Aussage kann ich aus meiner heutigen Trainersicht voll uns ganz zustimmen. Das einzige Manko des Vergangenen, die Methodik des Erlernens.

Um unsere Art sich im Karate zu bewegen zu lernen und Karatetechniken adäquat ausführen zu können, benutze ich heute als Basistraining die Übungsmethode des Ki-Karate und die darin enthaltenen Übungsformen. Sie bilden das Grundgerüst, auf dem ich die spezifischen Karatebewegungen aufbauen kann.

Im Laufe meines persönlichen Karate-Do, war mir das Kennenlernen und Praktizieren bestimmter Karatestilrichtungen und anderer Kampfkünste wichtig. Der Beweggrund war Neugier und der Wissensdurst. Ich wollte mehr, mehr Erfahrung, mehr Einblick in die Geheimnisse anderer Künste und ich wollte lernen. Dabei hat mich alles was ich auf diesem Weg lernte und erfahren habe, immer ein Stück weiter im Karate gebracht. Sei es das Ki-Aikido, das American Kenpo, eine andere Karatestilrichtung und vor allem auch die Begegnungen mit den verschiedenen Lehrern und der Austausch mit anderen Kampfkünstlern.

Eine andere Sache war zudem, mein wachsender offener Geist und die Erkenntnis, dass es kaum etwas gibt, dem man das Wort „Falsch“ anhängen konnte. Ich lernte, dass alles im Auge des Betrachters liegt und in seiner Aufschlüsselung und Darlegung der Ausführung an Techniken. Wenn etwas für uns Sinn macht, können wir es nachvollziehen, im andern Fall haben wir keine Vorstellung von dem was wirklich geht.

Wenn du viel weißt und viel kannst, brauchst du am Ende wenig tun um mit dem was du machen möchtest erfolgreich zu sein.

Und, am Ende ist alles Karate, auch das was nicht im Dojo stattfindet. Das ist eines der spannendsten Begebenheiten auf dem Karate-Do. Der Moment an dem man bemerkt, dass sich alles in allem widerspiegelt.

Die Vielfalt dessen was du weißt und kannst, spiegelt sich in einer einzigen Bewegung wieder.

Kata Gankaku

Tanja Mayer 5. Dan Shotokan

Kata aus dem Goju Ryu

Üben der erlenten Kata aus dem Goju-Ryu

Does one or the other know the legendary seminars of the past, where we did for hours Oi-Zukis, running the hall up and down? Afterwards we crawled out of the hall from exhaustion. In retrospect, we could hardly move for a week or so because of muscle soreness.

At that time it was said by the coaches to us, if you have understood one technique, then the learned applies to all techniques. I can fully agree with this statement from my current coaching view. The only drawback of the past, the methodology of learning.

In order to learn how to move in karate and how to perform karate techniques properly, I use today for basic training the exercise method of Ki-Karate and the forms of exercises that it contains. They form the framework on which I can build the specific karate movements.

During my personal karate-do, getting to know and practice certain karate styles and other martial arts was important to me. The motivation was curiosity and the thirst for knowledge. I wanted more, more experience, more insight into the secrets of other arts and I wanted to learn. Everything that I learned and experienced on this way has always brought me a little further in karate. Be it ki-aikido, american kenpo, different karate styles and above all the encounters with the different teachers and the exchange with other martial artists.

Another thing was, my growing open mind and the realization that there is hardly anything, to attach the word „wrong“ to. I learned that everything is in the eye of the beholder and in its decryption and explanation of the execution of techniques. If something makes sense to us, we can understand it, otherwise we have no idea what is possible.

If you know a lot and can do a lot, in the end you do not need to do much to be successful with what you want to do.

And, in the end, everything is karate, including what´s not happening in the dojo. This is one of the most exciting events on the karate-do. The moment you realize that everything is reflected in everything.

The variety of what you know and what you can do is reflected in a single movement.

Aufmerksamkeit

Heute möchte ich euch etwas über Aufmerksamkeit erzählen und wie die Aufmerksamkeit, das Ki und die Bewegungen im Karate zusammenhängen.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit, auf einen bestimmten Punkt im Körper richten, sagen wir z.B. auf das Handgelenk, dann fließt unsere ganze Energie, unser Ki, in diese Stelle hinein. Die Stelle wird mehr durchblutet, es finden mehr Prozesse dort statt und das ist was unsere Aufmerksamkeit für uns dort leistet, wenn wir sie auf einen Punkt hin fokussieren.

Wir können es auch für eine Bewegung machen, nur ist es dem Geist bzw. dem Verstand nicht möglich, die Aufmerksamkeit auf alles zu richten. Es kann nur einen bestimmten Teil aufmerksam verfolgen. Wenn ich z.b. einen Mae Geri mache, dann kann ich nur auf einen Teil der Bewegung meine Konzentration richten, dass andere läuft automatisch mit.

In den Ki-Übungen, durch ihre langsame und detaillierte Ausführung, kann ich  jeden Teil einer Bewegung einzeln und aufmerksam verfolgen. Ich gehe mit meinem Geist/Verstand wie ein Scanner durch meinen Körper hindurch. Wenn ich das mache passiert was großartiges. Dadurch das an den fokussierten Stellen die Durchblutung verstärkt wird und auch andere Prozesse stattfinden, können sich dort Verspannungen und Blockaden lösen. Das ist ein großer Vorteil bei den Ki-Übungen, wo ich mir dafür Zeit lassen kann.

Der Vorteil für meine Karate Technik in Folge ist, dass ich meine Körperteile sehr aufmerksam trainieren kann und sie optimal vorbereite. Gelenke, Muskeln, Sehnen werden wunderbar für eine dynamische, schnelle und starke Technik vorbereitet. Dadurch kann das Verletzungsrisiko immens gesenkt werden.

Wenn ich dann im Karate Training die Techniken übe, kann ich sie in Abschnitten üben, für diese Methode gibt es für und wieder. Wenn ich aber meine Ki-Übungen vorab praktiziert habe, ist schon eine Menge Vorarbeit geleistet worden, somit kann ich eine Technik wie z.B. Mae Geri oder Oi-Zuki, im Ganzen ausführen, da nur noch das Bein oder der Arm in eine bestimmte Richtung geleitet bzw. gestreckt werden muss.

Deswegen sind die Ki-Übungen aus dem Ki-Karate eine Vorbereitung für die Karate Technik im Anschluss und alles was darauf folgt.

Wenn ich dann beim Ausführen von Karate Techniken bin, verhält es sich anders mit der Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu fokussieren wäre zum Nachteil, denn dadurch binde ich meinen Geist/Verstand an diesen Punkt und verliere die Aufmerksamkeit für den Rest.

Eine Frage die viele Karateka beschäftigt und wenn man danach sucht geht man in den Bereich des Spirituellen. Wenn man z.B. im Zen sagt, dass man den Geist leeren soll heißt das, dass man die Gedanken wie in einem Film vorbei ziehen lassen soll. Gedanken gibt es sowieso aber wenn ich meine Aufmerksamkeit auf diese Gedanken richte, dann fängt sich mein Geist dort ein und ich bin blockiert für den Rest des Prozesses. Demnach, für eine Karate Technik sollte ich meine Aufmerksamkeit auch nicht auf einen Punkt richten.

Wie mache ich das? Ich versuche meine Aufmerksamkeit auf meinen inneren Körper zu richten. Wenn ich das tue, was auch Übung erfordert, z.B. durch Meditation, schaffe ich es diese Art der Aufmerksamkeit, die sich einfach ausbreitet, zur Verfügung zu haben und mich im Ganzen wahrzunehmen. Nicht als Faust, Fuß, Kopf, sondern als Ganzes.

Im Ki-Karate praktizieren wir das auch, mit bestimmten Meditations Methoden. Wichtig ist, dass sich diese Meditations Methode nach innen richtet und nicht nach etwas was aussen ist, wie z.B. Musik oder ein Gegenstand.

Meditation die sich nach innen richtet, wie z.B. die Zen-Meditation oder auch andere Meditationen, sind gute Meditationen, gute Praktiken um unseren inneren Körper wahrnehmen zu können. Das hilf uns im Karate und in jeder anderen Kampfkunst auch.

Podcast version

Attention

Today I want to tell you something about attention and how the attention, the ki and the movements in karate are related.

If we direct our attention to a certain point in the body, say e.g. on the wrist, then all our energy, our ki, flows into this place. The place gets more blood, there are more processes going on there and that’s what our attention is doing there for us if we focus on one point.

We can do it for a movement as well, but it is not possible for the mind to pay attention to everything. It can only follow a certain part closely. If I e.g. do a Mae Geri, then I can focus only on one part of the movement, that others automatically follow.

In the ki exercises, through their slow and detailed execution, I can follow each part of a movement individually and attentively. I go through my body like a scanner with my mind. When I do that, something great happens. The fact that the blood circulation is strengthened at the focused areas and that other processes take place can relieve tension and blockages there. This is a big advantage in the ki exercises, where I can take my time.

The advantage for my karate technique in a row is that I can train my body parts very carefully and prepare them optimally. Joints, muscles, tendons are wonderfully prepared for a dynamic, fast and strong technique. As a result, the risk of injury can be reduced immensely.

If I then practice the techniques in karate training, I can practice them in sections, for this method there are different opinions. However, if I have practiced my ki exercises in advance, a lot of preliminary work has been done, so I can perform a technique such as Mae Geri or Oi-Zuki, as a whole, since only the leg or the arm in a certain direction must be passed or stretched.

That’s why the ki exercises are a preparation for the karate technique and everything that follows.

When I’m practicing karate techniques, the attention becomes different in a way. Focusing attention on one point would be detrimental, because it binds my mind to this point and loses attention to the rest.

A question that occupies many karateka and if you look for it you go into the realm of the spiritual. If you look e.g. at Zen, it says that to empty the mind means to let the thoughts pass by like in a movie. Thoughts are there anyway, but if I turn my attention to those thoughts, then my mind catches in there and I’m blocked for the rest of the process. So, for a karate technique, I should not focus my attention on one thing.

How do I do that? I try to focus my attention on my inner body. If I do that, which also requires exercise, e.g. through meditation, I manage to have that kind of attention that simply spreads, and to perceive myself as a whole. Not as a fist, foot, head, but as a whole.

In ki-karate we also practice that, with certain meditation methods. Importantly, this meditation method are going inward and not external to something such as Music or an external object.

Meditation directed inwards, such as Zen meditation or other meditations are good meditations, good practices to perceive our inner body. Help us in karate and any other martial arts as well.