Warum bewusste, langsame Bewegung das Körperbewusstsein stärkt.
Es gibt einen Moment im Üben, der sich von außen kaum beschreiben lässt. Ein Schritt wird langsam, der Atem setzt einen inneren Punkt. Wer Tai Chi, achtsames Gehen oder langsame Formen aus der Kampfkunst kennt, weiß vielleicht um dieses Gefühl: Der Körper wird durchlässig für Wahrnehmung, das Denken weicht ein Stück zurück. Hier beginnt für mich Präsenz – jedes Mal neu, mit jedem Schritt.
Langsamkeit im Üben schenkt uns Raum, die feinen Unterschiede zwischen Anspannung und Entspannung, Festhalten und Loslassen überhaupt erst wahrzunehmen. Im achtsamen Gehen zum Beispiel kann ein einziger Schritt zu einer kleinen Forschungsexpedition werden: Wo spüre ich die Fußsohle? Was ist die Bewegung meines Atems? Bleibt mein Schultergürtel weich?
Gerade diese bewusste Hinwendung zu kleinen Details macht Langsamkeit so wertvoll. Wir kommen immer mehr im eigenen Körper an, die Aufrichtung wird spürbar, der Kontakt zu uns selbst wächst.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese achtsame, langsame Bewegung nicht nur das Körperbewusstsein schult. Sie hilft auch, das autonome Nervensystem zu regulieren und sogar die Strukturen im Gehirn zu stärken, die für Selbstwahrnehmung und Ruhe zuständig sind. Für mich als Trainerin und Begleiterin auf dem Weg der Kampfkunst ist das ein wertvoller Schlüssel, um Menschen dabei zu unterstützen, den Kontakt zu Körper und Atmung zu erforschen.
Praxisimpuls:
Nimm dir heute drei Minuten Zeit, um ganz langsam zu gehen – egal ob barfuß auf der Matte, im Flur oder draußen im Grünen.
- Spüre jeden Schritt
- Spüre die Aufrichtung deiner Wirbelsäule
- Spüre deinen Atem
- Sei neugierig, ohne zu bewerten, nur wahrnehmen.
In meinem Buch „Achtsamkeit, Balance und Präsenz in der Kampfkunst“ findest du zahlreiche Übungen und Hintergrundwissen, um diese einfache, aber tiefgehende Praxis in deinen Alltag und dein Training zu integrieren. Ich lade dich herzlich ein, weiter zu erforschen, wie Bewegung zu einem Tor zu mehr Selbstwahrnehmung und innerer Balance werden kann.
Mein Name ist Tanja Mayer. Seit vielen Jahren begleite ich Menschen durch achtsame Bewegung, Meditation und die Praxis fernöstlicher Kampfkünste. Wenn du Lust hast, darüber mehr zu erfahren oder dich austauschen möchtest, freue ich mich auf deine Nachricht.







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